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Ab dem 45. bis 50. Lebensjahr empfehlen wir zur Korrektur der Fehlsichtigkeit bei ausgewählten Patienten statt einer Laseroperation eine Linsenoperation. Hierfür gibt es drei wichtige Gründe: 1. Bei den meisten Patienten bildet sich als gewöhnlicher Alterungsprozeß der sogenannte "graue Star". Je nach den individuellen Gegebenheiten tritt dies etwa zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr ein, so daß zu diesem Zeitpunkt ein erneuter Eingriff am Auge notwendig werden würde, wenn man zuvor gelasert hätte. Der Patient würde so also nur wenige Jahre von seiner Laseroperation profitieren. Unser Herangehen in diesen Fällen ist es also, die später sowieso notwendige Kataraktoperation (Operation des grauen Stares) vorzuziehen. 2. Ab etwa dem 45. Lebensjahr (individuell verschieden) Jahren liegt bei allen Patienten zusätzlich zur Weit- oder Kurzsichtigkeit eine Altersweitsichtigkeit vor. Während wir durch den Lasereingriff zwar die Brille für die Ferne weitestgehend überflüssig machen können, müßten diese Patienten trotzdem immer eine Lesebrille für die Nähe tragen. 3. Es gibt seit einigen Jahren die Möglichkeit, mittels spezieller Intraokularlinsen, den sogenannten Multifokallinsen, dass die damit operierten Patienten sowohl in der Ferne als auch in der Nähe weitesgehend auf eine Brille verzichten können (in größeren internationalen Studien, bei denen Herr Univ.-Doz. Dr. Tony Walkow maßgeblich mitgearbeitet hat, konnten 9 von 10 operierten Patienten völlig auf eine Brille, sowohl für die Nähe als auch die Ferne, komplett verzichten). Die verwendeten Multifokallinsen arbeiten mit zwei Hauptbrennpunkten.
Der eine Brennpunkt ist für die Fernkorrektur, der andere Brennpunkt für die Nahkorrektur verantwortlich. Das menschliche Gehirn rechnet aus beiden angebotenen Bildern sich immer das gerade wichtige heraus. Der Vorteil der Multifokallinsen liegt also in einer sehr großen postoperativen Unabhängigkeit sowohl von der Fern- als auch von der Lesebrille. Der Nachteil der Multifokallinse liegt dagegen, bedingt durch die Aufteilung des Lichtes in zwei Hauptbrennpunkte, in einem im Vergleich zu konventionellen Linsen etwas geringeren Kontrast und bei manchen Patient zu einer erhöhten Blendungsempfindlichkeit bei Nacht, so daß wir Patienten, die beruflich nachts viel Auto fahren müssen (z.B. Taxifahrer) eher nicht zu einer Multifokallinse raten würden.
Das Twin Linsenset der Firma Acritec mit diffraktiven Multifokallinsen und asymmetrischer Lichtverteilung
Refraktive Multifokallinse der Firma AMO Wichtig für den Eingriff ist eine geringe postoperative Hornhautverkrümmung, damit eine höchstmögliche Brillenunabhängigkeit erreicht werden kann.
Darstellung der Hornhauttopographie am ersten postoperativen Tag. Man sieht hier eine völlig regelmäßige Hornhaut bei einem Patienten mit einer diffraktiven Multifokallinse
Rechtes Auge eines Patienten mit einer diffraktiven Multifokallinse (Pharmacia, 811E) am ersten postoperativen Tag. Man erkennt sehr schön die optimale Zentrierung der implantierten Linse. Ob sie selbst ein Kandidat für eine Multifokallinse sind, kann anhand einer umfassenden Voruntersuchung in der CENTRO KLINIK mit den derzeit modernsten verfügbaren Geräten - u.a. computergestützte Hornhautopographie (Orbscan II, Bausch und Lomb sowie Computed Anatomy, Tomey), Endothelzellanalyse (Rhine Tec), Ultraschallpachymetrie (SP 1000, Alcon), Laserinterferenz-biometrie (IOL-Master, Zeiss), digitale Fundusdokumentation (11 Megapixel-chip, Spiegelreflexkamera Canon mit FF 450 Zeiss Funduskamera) und Ultraschall A- und B-Bild (Occuscan, Alcon) - festgestellt werden. |
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